Wanaka war ja eine willkommene Pause, aber nachdem ich das Land ja in seiner ganzen Hülle und Fülle sehen und erleben bin, musste ich dann natürlich weiterziehen.
Außerdem hatte ich mich mit Benno, Markus und Philipp zum Abel Tasman verabredet. Und das ganze kann man dann nicht an einem Tag hochreisen. Daher habe ich den Foxgletscher zur Zwischenstation gemacht.
Und um euch mal ein Gefühl zu geben, wo wir uns zeitmäßig gerade befinden. Am 18. bin ich los und am 19. dann hoch. Also inzwischen wieder ein bisschen her…
Also hab ich meine Rucksack gepackt, geschultert, zum Highway getragen, abgesetzt und just in dem Moment, als ich den Daumen rausstrecken wollte, hat schon mein erster Lift angehalten.
Choice ! – So muss das laufen. Wenn ich damit weiter als 15 Kilometer gekommen wäre, wäre das dann perfekt gewesen.
Auf den nächsten Ride habe ich dann etwas länger warten müssen. Dann hat Abel, ein Argentinier mit einem Workvisum (das kriegt man da drüben wohl einfacher als ein W&T) aufgelesen.
Der hat mich dann bis nach Haast gebracht. Da er selbst ja kein Local ist, haben wir dann auch an den verschiedensten Sightseeingpunkten Halt gemacht, Leider waren die meisten davon nicht sehr interessant, oder nach gut 3 Monaten in NZee nichts besonderes mehr.
Nur die Haast Bridge hat uns wirklich gut gefallen:
Er hat mich dann vor Haast abgesetzt und da wurde ich dann auch gleich von Sandflies überfallen. Die sind hier wirklich krass. Man kann 20 auf einem Bein erschlagen schaut kurz weg und schon sind wieder 20 da. Aber mit dem Backpackerdeo (=Repellent) kann man auch diese Schwierigkeit überwinden.
Zum Glück hat es nicht lange gedauert bis Sam mich dann aufgelesen hat. Der hatte eigentlich einen riesigen Stationwagen , aber irgendwie hat er es geschafft den komplett zuzumüllen. Nach ca. 20 Miuten hatten wir dann auch mein Zeug reingebracht und ich saß dann umzingelt von Kajakpaddeln bei ihm im Auto. Da habe ich dann auch erlebt, was der Zahn des Wegs – stolze 576.000 km an – mit so einem Auto macht. Man wackelt selbst nach der kleinsten Unebenheit noch eine gute halbe Minute.
Er war dann so nett und hat mit mir in Fox dann auch gleich ein Hostel mitgesucht und mich dann da vor der Türe abgesetzt. Nach dem einchecken hab ich mir dann Fox anschauen wollen.
In Fox gibt es: … nicht viel.
Neben Fox gibt es: … den Fox Glacier.
Es gibt viele Arten wie man den dann erkunden kann. Man kann mit dem Auto hinfahren, mit dem Flugzeug drüber fliegen, eine Heikoptertour mit einem Skydive am Ende machen oder auch einfach eine Tour zu Fuß machen.
Bei Letzterem empfielt es sich, eine geführte Tour zu machen.
Zum einen bekommt man dann die ganze Ausrüstung die man benötigt (nur Lunch muss man selber mitbringen) und zum anderen soll so ein Gletscher nicht immer ganz ungefährlich sein.
Besonders der Rockfall ist hier (laut Guides) eine größere Gefahrenquelle. Und auch wenn Neuseeland eigentlich ein kleines – vermeintlich ungefährliches – Land ist, darf man so einen Rockfall nicht unterschätzen. Denn hier kommen ab und zu Felsbrocken der Größe eines Kleinwagens den Berg runter. Und ein bisschen seltener lösen sich dann Busse und kleine Häuser.
Davon haben wir uns da´nn natürlich nicht abschrecken lassen. Das haben wir vor allem dem Menschen mit der Spitzhacke zu verdanken.
Das ist Richie unser Guide und er hat uns versichert, dass er da schon tausende Male oben war. Und wir sind ihm dann auch aus drei Gründen gefolgt.
- 1. er sieht ja ganz vertrauenswürdig aus
- 2. man hat ja schon bezahlt
- 3. Wer hat die Spitzhacke???
Also ab in die Schuhe, Steigeisen drüber gebunden und den Alpenstock in die Hand. Ich hab keine Ahnung ob es das Wort “Alpenstock” auch in Deutsch gibt. Aber am Ende ist es ein Stock mit einem Nagel vorne dran.
Wir sind dann mit dieser Ausrüstung an den Fuß des Gletschers gegangen und haben getan was wir tun mussten.
Eiswand bestaunen und Fotos schießen…
Und dann sind wir erst einmal in den Regenwald gegangen. Ja – der Weg auf den Gletscher führt hier tatsächlich durch einen Regenwald. Das klingt jetzt etwas selten, aber es kommt tatsächlich vor. Es gibt auf der Welt nur noch ein Paar Orte, wo Eis und Regenwald so nah beieinander sind.
Da gab es dann noch einen kleinen Wasserfall wo dann die Vorräte aufgefüllt – bzw. das chlorige Hostelwasser gegen sauberes und natürliches Wasser ausgetauscht wurde.
Auf dem Gletscher haben wir dann erst einmal gelernt, wie man eigentlich die Steigesen benutzt um nicht zu rutschen. Das hat dann so gut funktioniert, dass wir im Laufe der Zeit vollkommen vergessen haben, dass es hier eigentlich vollkommen glatt ist und man (fast) keine Chance hat ohne diese Dinger stehen zu bleiben.
Die Tour war echt eindrucksvoll, aber ich glaube es ist unmöglich zu beschreiben, wie es sich anfühlt da oben zu sein.
Unser Guide hat uns den Aufstieg dann stark vereinfacht indem er immer wieder neue Stufen in den Fels gehauen hat. Da spritzt dann das Eis und man hat eine beinahe perfekte Treppe.
Zumindest solange, bis der letzte von uns hochgegangen ist. Dann kann man schon wieder nichts erkennen.
Wir haben dann natürlich viel Zeit damit verbracht die “Sehenswürdigkeiten” eines Gletschers zu bewundern. Im Grunde sind das entweder
Höhlen:
Endloses Eis…
Ein paar Seltsamkeiten, wie zum Beispiel dieser Stein unter dem das Eis langsam wegschmilzt
Höhlen, Eis und Wandergruppen
Wasserfälle und noch mehr Eis…
Irgendwann hatten wir dann auch schon unseren Platz für die Mittagspause gefunden. Das war dann ganz einfach der Platz an dem wir gesagt haben: So jetzt haben wir Hunger. Da konnte man sich dann einfach auf das Eis setzen, oder man hat sich die Spitzhacke ausgeliehen und sich einen Sitzplatz in das Eis geschlagen. Die DIY Mentalität da oben hat mir dann doch sehr zugesagt.
Das war dann auch der einzige wirkliche Spot für Glacierposing…(Sorry Philipp)
Auf dem Weg zurück haben wir uns dann noch durch eine kleine Spalte zwängen müssen. Das hätten wir zwar auch am Anfang machen können, aber weil man da (zumindest ein bisschen) nass wird, haben wir uns das Beste für den Schluss aufgehoben.
Und dann waren wir auch schon wieder vom Eis unten und haben den letzten Blick auf das Eis geworfen, bevor wir uns wieder in den Dschungel gestürzt haben.
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