Donnerstag, 10. Dezember 2009

Queen Charlotte Track – 71 km in 3 Tagen

09-12-06-Queen Charlotte Track-2245 So wie ich bereits angekündigt, habe ich inzwischen meine Ausrüstung um eine Campingausrüstung (Zelt, Campingkocher, Töpfe, …) erweitert und mich dann damit auf den Weg auf meinen ersten Multidaywalk gemacht. Den Queen Charlotte Track: 71 km durch die wunderschönen Sounds in Marlborough auf dem Queen Charlotte Sound wandern. 2 Nächte auf DOC-Campsites schlafen (DOC = Department of Conservation) und dabei dann viele Fotos schießen und die Natur genießen.

Aber zuerst einmal muss man dann an den Anfangspunkt –Ship Co ve kommen. Und das macht man am besten per Boot. Da hat man dann auch Zeit, sich die Strecke von außen einmal anzusehen.

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09-12-06-Queen Charlotte Track-2125Das sieht ja schon mal nicht schlecht aus. Und auch wenn es vielleicht ein bisschen windig ist und einem die Müdigkeit (ich musste ja um 6 Uhr aufstehen) noch ins Gesicht geschrieben steht, freut man sich dann natürlich darauf, möglichst bald anfangen zu können.

 

09-12-06-Queen Charlotte Track-212109-12-06-Queen Charlotte Track-2139     Am Ship Cove angekommen, habe ich dann aber noch nicht sofort mit dem Track begonnen. Denn zuerst gibt es das James Cook Memorial, dass man sich anscheuen kann (und es liegt fast auf dem Weg). Dort gibt es dann – wie so oft in Neuseeland – ein paar Kanonen mit denen man sich fotografieren kann.

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09-12-06-Queen Charlotte Track-2155 Aber selbst nach diesen Fotos, habe ich mich immer noch nicht auf den Walk gemacht. Denn ich hatte ein Schild gesehen – Waterfalls 30 min (return). Und da hab ich mir gedacht: “Na wenn du schonmal hier bist, kannst du das ja auch machen und 30 Minuten mehr oder weniger sind ja am Ende auch egal.”

  

09-12-06-Queen Charlotte Track-2159 Im Nachhinein muss ich dann sagen, es hat sich nicht wirklich gelohnt. Zum einen, waren die Wasserfälle nicht wirklich eindrucksvoll und zum anderen ist eine halbe Stunde mehr gehen, vor allem eine halbe Stunde mehr gehen. Und nach 6 Stunden mit einem großen Rucksack auf dem Rücken, merkt man das dann doch.

Aber dann bin ich auch tatsächlich los. Die Schilder haben mich dann auch vorgewarnt: 71km insgesamt und noch 9h bis zu Camp Bay (dem Platz meiner ersten Übernachtung)

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Das heißtt, dass ich noch viel, viel Zeit habe. Und weil ich alleine war (ich war der einzige der die Wasserfälle gemacht hat und das nächste Boot kam dann erst eine Stunde später, hatte ich dann auch meine Ruhe. Und so konnte ich dann ungestört die wunderschöne Landschaft der Sounds genießen…

09-12-06-Queen Charlotte Track-2189 09-12-06-Queen Charlotte Track-2209 09-12-06-Queen Charlotte Track-2233 09-12-07-Queen Charlotte Track-2354 09-12-06-Queen Charlotte Track-2257Nach der Mittagspasue sind dann leider die ersten Wolken gekommen und eine gute Stunde später hat es dann angefangen zu regnen. Zuerst nur ein kleines bisschen, aber dann ab 16 Uhr oder so, “cats and dogs” wie der Kiwi sagen würde.

Aber da hilft nichts, am Ende bin ich erst, wenn ich beim Campingplatz angekommen bin. Also “grin your teeth and just go on”. Nach einer oder zwei weiteren Stunden, war ich dann vollkommen durchnässt – ich hätte genauso gut die Strecke schwimmen können, aber endlich am Ziel.

Da gab es dann nur ein klitzekleines Problem. Meine bisherige Campingerfahrung hat sich eher auf ein oder zweimal im Garten übernachten beschränkt. Das heißt, ich stand dann da im Regen, hatte die Teile von meinem Zelt und eine “Anleitung” vor mir, und musste herausfinden, wie das ganze denn funktioniert. Beim dritten Versuch, hat es dann auch alles funktioniert und ich hatte mein Dach für die erste Nacht.09-12-06-Queen Charlotte Track-2287 09-12-06-Queen Charlotte Track-2294

Weil ich dann doch relativ kaputt war, bin ich dann auch recht schnell eingeschlafen und damit war dann auch mein erster Tag zu Ende.

Am nächsten morgen wurde ich dann auch schon recht bald von einer Schulklasse, die am selben Campingplatz geschlafen hat, geweckt. Trotz eines Muskelkaters, der sich über meinen gesamten Körper gestreckt hat, bin ich dann auch um 8 Uhr aufgestanden. Dann hat auch gleich die “Arbeit gerufen, denn ich musste mein ganzes nasses Zeug ja mal notdürftig trocknen.

09-12-07-Queen Charlotte Track-2299 09-12-07-Queen Charlotte Track-2300 Die Wartezeit habe ich dann genutzt um ein paar Fotos vom Strand zu schießen09-12-06-Queen Charlotte Track-2290 09-12-07-Queen Charlotte Track-2306 09-12-07-Queen Charlotte Track-2309

Und dann habe ich mich noch dem Wetter entsprechend umgezogen und den Rucksack auf die Schultern gepackt und schon konnte es weiter gehen.09-12-07-Queen Charlotte Track-2311 09-12-07-Queen Charlotte Track-2313 An dem Tag hatte ich dann statt der Sintflut und dem matschigen, aufgeweichten Boden, die pralle Sonne. Und für jeden der die Kiwisonne nicht kennt: Man fühlt sich dann teilweise wie in der Wüste. Am Ende war ich dann daher genau so nass, wie nach dem Regen, allerdings hatte ich viel mehr von meinem Wasser verbraucht und es war auch wesentlich anstrengender. Das soll nicht heißen, dass mir der Regen lieber war. DIe Sounds sehen in der Sonne viel besser aus, aber ich möchte nur zeigen, dass die Medaille auch eine Kehrseite hat.

Ansonsten gibt es zu der Wanderung nicht viel zu sagen. Mein Mittagessen, habe ich auf einer Bank, umzingelt von Wekas genossen und das war dann wohl auch das längste Stück des Tracks (26 km), weshalb ich dann am Ende ziemlich erschöpft war.09-12-07-Queen Charlotte Track-2351 09-12-07-Queen Charlotte Track-2352 09-12-07-Queen Charlotte Track-2355

Endlich Halbzeit…

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Allerdings habe ich an dem Abend dann noch ein Bad im Meer genommen. Es ist zwar wirklich arschkalt hier – der Sommer hat gerade erst angefangen und ich bin hier ja doch ziemlich weit im Süden, aber wenn man den ganzen Tag gewandert ist, dann ist einem das doch relativ egal.

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In der Nacht bin ich dann von denm Lärm von zwei Chinesen geweckt worden, die wohl etwas länger für ihren Trip gebraucht hatten und wohl zum ersten mal ein Zelt aufgebaut hatten. Auf jeden Fall haben sie fast eine gute Stunde rumgewerkelt, bis sie dann endlich Ruhe gegeben haben und am nächsten Morgen, sah ihr Zelt ziemlich schieft und eingefallen aus.

Aber als ich in der Nacht dann schonmal wach war, habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und bin raus ins freie um den Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre zu betrachten.

09-12-07-Queen Charlotte Track-2463Und ich muss sagen, so eine klare Nacht habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Das liegt wohl zum Großteil auch daran, dass in München der Himmel vollkommen lichtverseucht ist und ich in Neuseeland noch nie daran gedacht hatte, aber es war nichts desto weniger sehr eindrucksvoll.

 

09-12-08-Queen Charlotte Track-2467Mit meinem Stativ und 30 Sekunden Belichtungszeit, habe ich dann auch mal versucht, das ganze für euch festzuhalten, aber wie immer sind Fotos nicht einmal halb so eindrucksvoll, wie die Realität. (Wer will kann ja trotzdem mal versuchen ein paar Sternbilder zu entdecken)

 

  09-12-08-Queen Charlotte Track-2468 09-12-08-Queen Charlotte Track-2473 Und dann kam auch schon der letzte Tag meines Tracks. Am Morgen war ich natürlich wieder vollkommen kaputt, aber nichts desto weniger habe ich mich auch auf den letzten Tag gefreut.

09-12-08-Queen Charlotte Track-2474 09-12-08-Queen Charlotte Track-2475 Am letzten Tag hat die Sonne dann wieder auf uns heruntergebrannt und es hat dann auch noch sehr steil angefangen. Alle Mountainbiker, die ich gesehen hatte sin abgestiegen um zu schieben und zu meiner Überraschung, habe ich die dann trotz 20kg auf dem Rücken überholt.

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09-12-08-Queen Charlotte Track-2527 Leider konnte ich mir an diesem Tag nicht alle Zeit der Welt lassen und meine übliche einstündige Mittagspause einlegen, weil mein Shuttle zurück nach Picton ging um 16 Uhr. Das war dann auch meine Deadline in der ich das letzte Stück (21 km hinter mich gebracht haben musste)

 

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Aber in etwas mehr als 6 Stunden ist das ja auch machbar. Glücklicherweise wurde es dann nach den ersten 5 km auch relativ eben und die schweißtreibenden und wasserzehrenden Steigungen waren dann ein für alle mal hinter mir.

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Nur noch 1 km, da kommt Freude auf…

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Und endlich am Ziel

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09-12-08-Queen Charlotte Track-2550                                                 ---- The End

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