Nach dem Sprung aus mehr als 4000 Metern Höhe, habe ich natürlich für die nächsten Paar Wochen genug Adrenalin freigesetzt. Daher habe ich mich dann auch in den Tagen danach auf etwas ruhiger (aber nicht unbedingt schlechtere) Aktivitäten Konzentrieren können. Dabei habe ich eher nach Dingen gesucht, die etwas mehr mit (Maori-)kultur zu tun haben.
Bonecarving
Aber ich habe auch keine Lust, mir stundenlang Kunstwerke anzusehen und mir erklären zu lassen was welches Symbol bedeutet. Da ich ja viel lieber Dinge selber mache, habe ich dann am Tag nach dem Skydive an einem Bonecarving Workshop teilgenommen.
Was ist denn bitteschön das ???
Also, hier in Neuseeland gibt es eine Menge Touristen. Als logische Konsequenz gibt es auch eine Menge Souvenirshops. Und in diesen Shops gibt es eine Menge Anhänger aus Knochen, die mit Symbolen und Motiven der Maori versehen sind.
Beim Bonecarving, darf man dann einen solchen Anhänger selber designen, ausschneiden, schleifen, polieren und was man sonst noch so alles machen muss. Wenn ich nicht von einem guten Dutzend Leute gehört hätte, dass das ein “must do” ist, wäre ich wahrscheinlich den üblichen Weg in den Souvenirladen gegangen.
Aber so saß ich jetzt vor einem Stück Papier, hatte einen Ordner mit vielen Abbildungen und ein paar Anhänger als Inspiration vor mir liegen und sollte mit meiner unendlichen Kreativität etwas entwerfen.
Das ist leichter gesagt als getan, aber irgendwann habe ich angefangen zu zeichnen, und als es dann auch auf der Rückseite eng wurde, habe ich dann endlich etwas gezeichnet, was mir dann doch ganz gut gefallen hat.
Dann musste das Ganze vom Papier auf einen Knochen übertragen werden:
Dann wurde das ganze grob ausgesägt
Und dann auf die exakten Konturen zurechtgeschliffen
Und dann durfte ich mich nocheinmal hinsetzen und mir genau überlegen, was ich mit dem inneren anfangen möchte.
Dann wurde mit einem Bohrer das innere ausgeschnitten
Und auf die bisher graue Fläche habe ich dann etwas Paua-Shell geklebt
Für jeden der sich jetzt denkt: “was ist denn Paua für ein hässliches Ding”. Die Farbe von Paua ist nicht gleichmäßig und beim abschleifen verändert sie sich dann (unvorhersehbar)
Und dann gab es noch ein paar kleine Veränderungen am Design
Und dann war ich auch schon fast fertig (der ganze Prozess hatte sich aber auch schon einige Stunden hingezogen). Jetzt musste nur noch weiter geschliffen und poliert werden…
Und fertig war das gute Ding
Do the Haka
2 Tage später (am 4. März) gab es dann meine nächste Do-it-yourself Aktivität. Ich habe einen Haka gelernt. Haka ist der Kriegstanz der Maori und der berühmteste davon ist der “Ka Mate”. Der ist so berühmt, weil die All Blacks (das Rugbyteam der Kiwis) ihn vor jedem Spiel aufführt.
Und als ich gelesen habe, dass man den in Nelson lernen kann, habe ich mir gedacht, das macht doch sicher eine Menge Spaß und ist eine interessante Fähigkeit, die ich wahrscheinlich nie wieder brauchen werde. Also habe ich sofort mein Handy gezückt und dort angerufen.
Es hat auch wirklich eine Menge Spaß gemacht. Man kann stundenlang einen Text brüllen, mit Worten die man noch nie vorher gehört hat und dazu einen (recht primitiven) Tanz machen. Der Text ging so (wh = f)
Ka Mate, Ka Mate
Ka Ora, Ka Ora
Tenei Te Tangata, huru, huru
Naa Na Nei, Tiki Mai
Whaka, Whiti Te Ra,
Aue U Pane, Ka Pane
Aue U Pane, Ka Pane, Whiti te Ra
Von dem Kurs gibt es keine Bilder, sehr wohl aber ein Video. Das werde ich aber sobald nicht ins Internet stellen.
Und weg vom Mainland
Inzwischen habe ich dann auch wieder die Südinsel verlassen. Da ich dort einige Zeit verbracht habe und vor allem beim Hitchhiken eine Menge von den Gedankengängen der Südinsler aufgenommen habe, muss ich das ganze natürlich anders sagen:
Ich habe das Mainland verlassen und bin auf der Pig island sicher angekommen.
Bye Bye South
Hi North
Ich merk auch, dass die Südinsel mich ein bisschen geprägt hat. Als ich etwas mehr als 3 Monaten in Wellington war, kam es mir eigentlich ganz entspannt vor. Jetzt ist es einfach nur noch groß, stressig, überfüllt und viel zu schnell.
P.S. Good News Everyone – nach Monaten ist mein Blog endlich wieder aktuell !!
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