Montag, 1. März 2010

Kepler Track

So meine Reise zurück in den Süden hatte eigentlich nur ein Ziel gehabt. Das Fiordland. Das ist mit Abstand meine Lieblingsregion in Neuseeland und da gibt es zum Glück noch einen Great Walk, den ich noch nicht gemacht habe.

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Eigentlich gibt es ja 2, aber weil der Milford Track noch auf Monate ausgebucht ist, zähle ich den mal nicht mit. Aber den werde ich auch noch machen und zwar wenn im April der mütterliche Besuch kommt.

Tag 1

Hier nur wenige Kilometer in Te Anau, gibt es viele Menschen, die sich eine schwere Tasche auf den Rücken schnallen und dann einige Kilometer gehen. Für die hartgesottenen gibt es den 60 Kilometerlangen Keplertrack und für diejenigen, die noch nicht so trainiert sind ist immerhin ein Golfkurs gleich nebenan.

DSC07166 Allerdings war mein Rucksack dann doch ein bisschen schwerer, als so eine Golftasche. Diesmal war er sogar besonders schwer. Ich konnte nämlich leider nicht alle meine Sachen in meinem Hostel abgeben. Der Typ an der Rezeption ist einfach eine Stunde früher als abgemacht in den Feierabend gegangen.

Daher hatte ich dann einiges an Extrakleidung, unnötigem Elektrozeug, Kabeln, Waschzeug und vielem mehr dabei… Zum Glück hatte ich einen Teil schon davor abgegeben gehabt. Aber immerhin habe ich noch die 20kg geknackt (schätze ich mal)

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Der Kepler Track liegt dann hinter einer Brücke – den Control Gates. Da strömt dann das Wasser vom Lake Te Anau in den Lake Manapouri (da wo ich schon für den Doubtful Sound gewesen bin). Es gibt hier dann auch irgendwelche Schleußen und Tore, die dann etwas mit dem Wasserkraftwerk in Manapouri zu tun haben.

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Bis dahin war ich erst eine Stunde unterwegs und ich hatte schon ein Drittel des ersten Tages hinter mir. Das liegt daran, dass die Campsites hier relativ dumm verteilt sind. Es gibt eine, nach 8km (der Weg aus Te Anau nicht mit eingerechnet), eine nach weiteren 24km und dann nochmal eine nach 16km.

Auf dem Weg zu meiner ersten Campsite gab es dann noch einen Strand, der für viele Daywalker, dann der Punkt für die Mittagspause oder sogar der Endpunkt ist: Dock Bay

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Und eine Stunde später war ich dann an meinem Campingplatz – Brod Bay. Es war noch relativ früh (kein Wunder bei dem kurzen Weg) und um 3 Uhr hatte ich auch Mittagessen und Zeltaufbau hinter mir.

Ich hab dann Johann aus Kalifornien kennengelernt. Zuerst hab ich mich gefreut – einer aus den Staaten, da muss ich endlich Englisch reden. Falsch gedacht – er hat einige Jahre in Deutschland gelebt und spricht flüssig Deutsch. Wir haben uns in einem Deutsch-Englisch Mix geredet. Das heißt wir haben die Sprache immer wieder völlig grundlos und überraschend gewechselt.

Wir haben dann eine Beschäftigung gesucht dann auch was gefunden: Schach

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Nachdem keiner von uns ein Brett und Figuren dabei hatte, haben wir einfach ein paar Steine gesammelt. Irgendwann sind uns dann keine neuen Steinarten eingefallen und wir haben dann einfach noch eine Flasche mit Jod, Batterien und solche Dinge eingesetzt.

Das erste Spiel war dann noch ein bisschen kompliziert, aber danach kannten wir die Figuren und es ist erstaunlich gut gegangen

Die Kontrahenten

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     Brod Bay

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Am Abend haben wir dann noch alle ein Lagerfeuer gemacht – mein erstes in ganz NZ…

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Tag 2

Am nächsten Tag hat dann das lange Stück meines Weges angefangen. 24km in die Länge und 1500 Meter nach oben (und danach 1000m) nach unten. An dem Tag hatte man dann auch die abwechslungsreichste Landschaft.

Es hat alles im Neuseeländischen (und fiordländischen) Regenwald begonnen.

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Und nach einigen Stunden ist man dann über die ziemlich Strikte Bushline gekommen. Das war wirklich eine übergangslose Grenze zwischen Wald und Nicht-Wald.

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Die Aussicht von da oben war dann wirklich überrangend. Da hatte ich ein echtes Glück, dass der Wetterdienst diesmal gute Arbeit geleitet hatte…

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Und schon war ich bei meiner Mittagsstation der Luxmore Hut. Die meisten Menschen wandern dann an ihrem ersten Tag von Te Anau bis hier. Aber leider darf man hier nicht campen. Und nachdem eine Hütte 3mal so teuer wie ein Campingplatz ist, muss ich dann doch noch ein Stückchen weiter gehen

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Von der Hut aus hatte man dann einen wunderschönen Ausblick auf den Lake Te Anau

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Jetzt weiß ich auch, warum die Wettervorhersagen so ungenau sind

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Der Platz war zwar wirklich schön, aber ich hatte ja noch einige Kilometer vor mir. Also habe ich den Rucksack geschultert und mich auf den weiteren Weg durch den Alpinen Teil des Tracks gemacht.

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Es gab dann noch die Option einen kleinen Sidewalk auf den Mt Luxmore zu machen. Das ist dann noch einmal eine halbe Stunde extra, aber wenn man schonmal da oben ist, muss man das natürlich machen. Außerdem hat ein SIdetrack den Vorteil, dass man den Rucksack dabei ablegen kann

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Und weiter gehts über die Berge       

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Auf dem Weg nach unten war ich dann schon absolut k.o. und daher habe ich dann keine Bilder mehr von dem Stück, als ich wieder unter die Bushline gekommen bin. Aber auch hier war es genauso plötzlich.

Das Stück war auch wirklich schön, aber ich war schon 9 Stunden unterwegs und wollte eigentlich nur noch ankommen. Das hat aber dann noch ein Weilchen gedauert. Ich bin dann um 8 in der Campsite angekommen und habe dann für dieses Stück ganze 11 Stunden gebraucht.

Am Abend hatten wir dann zum Glück einen sternenklaren Himmel und so abseits von allen Lichtstörquellen sieht der noch einmal ein ganzes Stück schöner aus. Wir hatten in unserem Camp dann einen Hobbyastrologen, der hat uns dann eine Menge über die Sternbilder und ihre Geschichten erzählt.

Davon habe ich das meiste wieder vergessen (eher sogar alles, ich war einfach zu kaputt). Das einzige was ich behalten habe, ist wie das Kreuz des Südens aussieht und wie man es findet. Das reicht mir dann auch.

Tag 3

Am nächsten Tag ist mein Zelt dann von den gefürchteten Sandflies gestürmt worden. Ich habe eigentlich nur eine halbe Minute mein Zelt offen gelassen und schon haben sich diese Biester auf mich gestürzt. Zum Glück wollte ich es sowieso grad abbauen.DSC07323

An dem lagen dann die Berge mit all ihren Steigungen hinter mir. Das heißt ich hatte eigentlich wieder nur noch Wald vor mir

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Außer in den Gebieten, die sich noch von einem Erdrutsch erholen müssen…

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Auf dem Berg bin ich noch am Tag davor gewesen

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Auch so kann NZ aussehen     

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Für unseren Campplatz mussten wir dann wieder den Track ein bisschen verlassen. Denn an der eigentlichen Hut war das Campen verboten. Aber 30 Minuten abseits gibt es eine DOC Campsite an der Shallow Bay. Die hat dann den Vorteil, dass sie nicht mehr zum Track gezählt wird. Daher kostet sie dann gar nichts mehr.

Shallow Bay

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Für den Abend war dann Regen angesagt. Der kam dann auch ziemlich genau, nachdem wir die Zelte aufgebaut hatten. Ich bin dann auch schon um 8 ins Bett (und erst am nächsten Morgen um 9 aufgewacht…)

Tag 4

Zum Glück war der Regen an dem Tag schon wieder vorbei und ich hatte das außerordentliche Glück, bei diesem Track keinen Tag im Regen wandern zu müssen.

Und noch eines der vielen Gesichter von Neuseeland

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Am letzten Tag sind wir dann den Forest Burn entlangegangen. Nachdem mir das Wort “Burn” jetzt schon öfters untergekommen ist (z.B. beim Routeburn Track habe ich mal nachgeschaut was es heißt – Burn ist ein Bach)

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Und wo ein Burn ist gibt es natürlich auch eine Swingbridge

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Und man kämpft sich durch den RIesen-Ent

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Und kaum hat man den Wald verlassen, sieht das ganze auch schon wieder ganz anders aus. Hier waren wir dann schon wieder an den Control Gates vorbei und auf dem Weg nach Te Anau

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