Montag, 1. März 2010

Zurück nach Norden – Westcoast Teil II

Sorry, aber der nächste Eintrag wird wohl ein bisschen länger. Dafür behaltet er auch die ganze Zeit vom 13.02 bis zum 21.02. Daraus hätte ich auch locker mehrere Einträge machen können.

Kepler - Queenstown

Eigentlich hatte ich ja vorgehabt, nach dem Kepler Track gleich noch den Caples Track zu machen und so nach Queenstown zu kommen. Aber nachdem meine Füße mich schon nach den 60km Kepler umgebracht haben, habe ich mich von Johann überreden lassen am nächsten Tag mit ihm und einer Kiwibekannten von ihm nach Queenstown zu fahren.

Aber davor: Noch ein paar Enten in Te Anau

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Auf dem Weg dahin haben wir dann noch an einem Lookout, namens Devil’s Staircase Halt gemacht. Warum er so heißt weiß ich nicht, aber er war trotzdem nicht schlecht.

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ich war dann ohne es geplant zu haben am 14. Februar, also am Valentinstag in Queenstown angekommen. Das war dann ein glücklicher Zufall, denn Queenstown ist ja schon ohne einen Anlass ein Partystadt und so wird das ganze dann noch vervielfacht.

Zur Ablenkungdie  Queenstown Gardens:

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Das ganze war dann so gut, dass ich meine Pläne kurzfristig ändern musste. Eigentlich wollte ich am nächsten Tag schon wieder abreisen. Aber irgendwie habe ich es nicht auf die Reihe gekriegt bis zur Checkout-Zeit meine Sachen zu packen. Also gab es noch einen Tag Ruhe in Queenstown.

Hier kann man sich auch gut ausruhen

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Franz Josef

Aber am nächsten Tag, habe ich Queenstown aber dann verlassen. Daumen raus und es ging zurück an die Westcoast. Zuerst haben mich 2 Israelis nach Cromwell gebracht. Falls sich jemand erinnert: Cromwell ist die Stadt mit dem hässlichen Obstsalat. Ich war dann schon das sechste oder siebte Mal in Cromwell und damit ist dieses Kaff wider erwarten ein Knotenpunkt meiner Reise geworden.

Von da hat mich dann eine Kiwi, bis kurz vor Wanaka gebracht. Sie hat mich dann an dem Ort abgesetzt, wo ich schon vor fast 4 Wochen schon gestanden bin um an den Fox Gletscher zu kommen.

Da hat mich dann ein Deutscher Reisender aufgelesen. Das war dann einer, der jedes Jahr für einige Monate nach Neuseeland kommt. Er hat dann eine Menge Tracks in NZ gemacht und auch viele von denen die nicht so einfach wie die Great Walks sind. Er hat mich dann auch zuerst als einen “Autobahn-Tramper” belächelt, aber als ich ihm gesagt habe, dass ich erst vor 3 Monaten mit den Tracks begonnen habe, hat er gemeint ich solle dann vielleicht erstmal wirklich mit Great Walks weitermachen.

Er hat mich dann an einem Cafe in der Mitte von Wanaka und Haast, abgesetzt, weil er sich da mit ein paar Freunden für seinen nächsten Treck zu treffen. Das war dann mitten in der Pampa und ich hatte erst einmal Angst hier im Nirgendwo sitzen zu bleiben.

Auf dem Weg haben wir ein paar Zwischenstopps an Lookouts eingelegt.

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Zwischenstopp II

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Aber als ich grad zu Mittag gegessen habe und mich eigentlich gar nicht aufs hitchen konzentriert habe, hat ohne mein Zutun ein Kiwi angehalten und hat mir einen Ride bis nach Haast angeboten.

Er war dann an dem Tag schon in Wanaka gewesen und wollte dort eigentlich ein paar Wandplatten für sein neues Haus abholen. Aber weil sich in der Fabrik an dem Tag jemand den Arm abgeschnitten hatte, waren die an dem Tag geschlossen. Er war dann die 200km (einfacher Weg) umsonst gefahren, aber seine Worte waren: “Wenigstens hatte jemand noch mehr Pech als ich…”

Wir haben uns dann über seine anstehende Europareise und gute Reiseziele in Deutschland unterhalten. Dabei habe ich dann festgestellt, wie schlecht ich mich eigentlich in Deutschland auskenne. Von Neuseeland habe ich inzwischen viel mehr gesehen.

Er hat mich dann kurz vor Haast abgesetzt. Als ich da ein hitchendes Mädchen gesehen habe ist meine Stimmung gleich ganz nach unten gesunken. Nicht weil ich etwas gegen Gesellschaft habe, aber sie sah so aus, als würde sie schon eine ganze Weile dastehen. Und nach dem es für weibliche Wesen wesentlich einfacher ist einen RIde zu kriegen, waren das dann keine guten Vorzeichen.

Sie stand dann auch schon wirklich seit 2 Stunden an dem Fleck hier. Sie war dann auch eine Israeli (ich glaube in der Woche habe ich wesentlich mehr Israelis als Deutsche getroffen – das hätte ich mir nie träumen lassen). Aber ich war dann wohl ein “lucky charm” und nach einer halben Stunde wurden wir von hinten von einer Fünfergruppe angesprochen ob wir nicht einen Ride brauchen würden.

Man wird es kaum glauben – es waren schon wieder Israelis. Jetzt weiß ich inzwischen wie sich normalerweise die anderen Menschen inmitten von uns Deutschen fühlen müssen. Wir sind dann nach Fox Gletscher gefahren. Das heißt wir wollten dahin fahren. Aber irgendwie haben die es hingekriegt eine Stunde in die falsche Richtung zu fahren. Erst als mir aufgefallen ist, dass Berge und Meer eigentlich die Seiten tauschen müssten, ist der Fehler aufgefallen.

Das war aber an sich kein Problem, denn als Traveller haben wir ja alle Zeit und die Strecke war echt schön. Das einzige Problem war, dass wir dann erst recht spät in Fox Gletscher angekommen waren. Ich hätte eigentlich noch nach Franz Josef gewollt, aber ich wollte mein Glück nicht auf die Probe stellen. Also habe ich mich meiner Reisebegleitung angeschlossen und bin noch eine Nacht in Fox geblieben.

Und hier ein Sonnenuntergang im Fox Dorf – Sonnenuntergang Teil I:

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Am nächsten Morgen ging es dann nach Franz Josef weiter, das ist ein Gletscher, den der österreichische Entdecker Haast unterwürfig nach seinem Kaiser benannt hat. Mein Ride war dann ein australische Reisende. Nachdem ich gestern bei der Deutschlandreiseplanung keine große Hilfe war, konnte ich meine gesamte gesammelte Erfahrung einsetzen um bei dem Füllen von 10 Tagen Südinsel helfen.

Im Franz Josef Dorf habe ich dann meine Koffer im i-Site abgegeben und bin dann die 5km zum Gletscher gehitcht (manchmal funktioniert das wie ein eigenes Auto). Da hab ich dann zuerst einen Walk durch das Glacier Valley gemacht.

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Und ein paar Wasserfälle

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Vor dem Gletscher habe ich dann David getroffen. Ich hatte ihn in Queenstown getroffen gehabt. Aber in Neuseeland trifft man sich ja immer zweimal-

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Danach ging es auf einen Lookout.

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Und danach gab es noch einen Weg zurück ins Franz Josef Valley.

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Hokitika

Als ich aus FJ weiterhitchen wollte, gab es dann die ersten Probleme. Mich wollte einfach keiner mehr mitnehmen und ich habe dann nur nach einer Weile einen Ride in das nächste Dorf bekommen. Es war dann schon relativ spät und es hat auch noch angefangen zu regnen. Um halb acht habe ich dann entschieden, dass ich in Raunanga (oder wie das Dorf auch immer hieß) sitzen geblieben bin und habe mich auf Suche nach einer Unterkunft gemacht.

Ich bin dann in einem Motel recht billig untergekommen – und am Ende war es die richtige Entscheidung. Der Regen hat sich dann noch gesteigert und ist zu einem richtigen West Coast Regen entwickelt. Da es hier ein Menge Regenwald gibt, heißt das natürlich eine Menge. Die Spitzenwerte der Nacht sollen wohl 35mm / Stunde gewesen sein.

Am nächsten Morgen hat sich das Wetter dann noch nicht gebessert hat, was mich dann vor eine schwierige Frage gestellt hat: “Wie schaffe ich es bei dem Regen, jemanden zum Anhalten zu bewegen??? “ Denn wer möchte schon einen triefenden Backpacker mit noch triefenderen Backpacks in sein Auto lassen.

Ich habe meine Backpacks dann in einem Shelter untergebracht und habe mir meine Regenjacke und einen Müllsack als Regenhose angezogen. Damit bin ich dann schon einmal trocken geblieben und meine rote Regenjacke, war schon einmal auffallend genug.

Als Tüpfelchen auf dem i hab ich mir dann noch ein Schild gemacht “dry inside”. Und damit stand ich dann am Straßenrand. Es hat auch wunderbar funktioniert. Eine Japanerin, kam für mich extra nochmal zurückgefahren und hat mich in ihr Auto gelassen.

Sie hat mir dann erst einmal gesagt wie toll mein Schild gewesen sei. Das war dann wohl auch der Grund warum sie mich mitgenommen hat. Sie hat mich dann gleich nach Hokitika gebracht und die Fahrt war echt toll. Es ist zwar echt beschi… hier in dem Regen zu stehen und zu frieren, aber die Landschaft sieht echt erstklassig aus. Der Regen war so stark, dass alles was mehr als 50 Meter entfernt war, nur noch als graue Silhouette zu erkennen war.

In Hokitika wurde ich dann vor dem i-Site rausgelassen. Es waren nur 5 Meter bis zum Vordach, aber selbst auf die Distanz bin ich ganz schon nass geworden.

Ich stand dann vor der Frage, was ich bei Regen in diesem 4000 Leute Dorf machen solle. Natürlich schaue ich mir Avatar 3D an. Es gibt hier bei einem Tausendstel der Leute ein Viertel der 3D-Kinos von diesem Land.

Als der Film vorbei war, war der Regen dann schon fast vorbei und ich habe dann einen kleinen Spaziergang durch Hokitika gemacht, vor allem der Strand war cool. Ganz besonders der Strand hat es mir angetan. Die raue Westcoast hat einfach ein gewisses etwas.

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Hier der Nebel nach dem Regen:

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An dem Tag bin ich dann wieder zum Sonnenuntergang rausgegangen. Also Sonnenuntergang Teil II:

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Punakaiki

Am nächsten Tag bin ich dann wieder an die Straße gegangen und hoch nach Punukaiki gehitcht. Das ging recht flott – mein erster Ride hat mich nach Greymouth gebracht. Es war ein Kiwi, er hat sich mit seinem Bruder getroffen um Kayak zu fahren.

Der nächste Ride hat mich von Greymouth in ein kleines Kaff gebracht. Keine Ahnnung mehr wie das hieß. Danach hat mich ein Bauarbeiter mitgenommen und bis zu seiner Baustelle gebracht. Das war dann wieder ein bisschen jenseits von aller Zivilisation.

Aber da ging es dann sofort weiter und zwei englische Reisende haben mich bis nach Punukaiki mitgenommen.

Punukaiki ist ein kleines Dorf das sich um die Pancakerocks gebildet hat. Außer ein paar Pubs und Hotels gibt es dort nichts – es lebt alleine vom Tourismus. Das heißt aber nicht, dass man da nicht ein paar schöne Tage verbringen kann.

Die Pancakerocks sind eine interessante Steinformation, aus der bei Flut gelegentlich Wasser spritzt. Das klingt jetzt recht langweilig, aber in Wirklichkeit ist es recht cool. Weil ich das nicht beschreiben kann, lasse ich jetzt ein paar BIlder folgen.

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Und noch ein paar Bilder von der Westküste

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In der Gegend gab es dann auch noch eine Höhle – die Punukaiki Cavern

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Mein Hostel:

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Am nächsten Tag habe ich einen Walk durch den Regenwald der Gegend gemacht.

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Das war dann wieder ein fast tropischer Regenwald – das ganze hat mich sehr an die Wälder in Kenia erinnert.

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Dabei habe ich dann auch mein erstes Rivercrossing gemacht (das beim Abel Tasman zählt nicht, an einem Strand kann man kein Rivercrossing machen…)

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Und am Abend gab es dann wieder einen Sonnenuntergang – Teil III (und der beste bisher)

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Westport

Am nächsten Tag ging es dann nach Westport. Mein Ride war eine junge Kiwi, die auf dem Weg nach Nelson war um ein paar Schränke abzuholen. Auf dem Weg haben wir einen Kanadier aufzulesen. Und wenn ein Mainlander (Mensch von der Südinsel) sich mit einem Kanadier unterält, hat man keine Chance ein Wort zu verstehen.

Wir haben dann noch einen kleinen Umweg zum Cape Foulwind gemacht. Das ist ein kleines Kap (überraschung) 20km von Westport entfernt. Da gibt es dann eine Sealkolonie und das ganze sieht auch recht eindrucksvoll aus. Aber weil es nicht auf dem direkten Weg liegt, hatte ich es eingetlich schon von meinen Reiseplänen gestrichen gehabt. Leider war meine Kamera tief in meinem Rucksack, weshalb ich keine Bilder gemacht habe,

In Westport selbst, habe ich dann nur den Heaphytrack geplant. Die Stadt (eigentlich ja eher ein Dorf) bietet außer dem nahen Cape Foulwind auch nichts.

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