Nach Westport habe ich mich dann wie bereits angekündigt an den Heaphy Track gemacht (Vom 22. – 25. Februar). Das ist ein 80km langer Great Walk im Kahurangi National Park an der Nordwestküste von der Südinsel.
Da das kein Rundweg ist und zwischen den beiden Ende fast 500km Straße liegen ist der ganze dann organisatorisch etwas komplizierter. Ich habe mich dann dafür entschieden nicht nach Westport zurückzufahren, sondern mir mein Gepäck, dass ich nicht mitnehmen würde, dann zum Philipp nach Motueka schicken lasse.
Damit hatte ich dann keine 5 Stunden (bei den Straßen hier in der Gegend eher 7+ Stunden) vor mir und außerdem gab es in Westport ja nix mehr für mich zu tun. Für jeden der mit den Gegebenheiten der Südinsel nicht ganz vertraut ist, habe ich hier mal eine kleine Karte.
Ist es nicht toll, was man mit Google Earth so alles machen kann? Westport hat leider nicht mehr auf das Bild gepasst, denn es liegt dann noch gut 80km unter Karamea.
Von Kohaihai ging es dann los und bei Brown Hut habe ich dann aufgehört. Die 3 Punkte dazwischen waren meine Schlafplätze. Nach Takaka ging es dann nach dem Track und nach Motueka habe ich meine Sachen geschickt.
Also habe ich dann um 11:30 den Bus nach Karamea genommen (ein kleiner Ort im Norden von Westport und näher am Eingang des Parkes liegt) und von dort dann einen Bus zum Kohaihai-Shelter (das ist dann der tatsächliche EIngang vom Track).
Das ganze hat dann einige Stunden gedauert und auch wenn ich hier von Bus sprechen (und es hier auch i.d.R. als Bus bezeichnet wird, sind das dann eher Minivans…)
Um 2 Uhr war ich dann am EIngang und habe mich dann auch sofort an den Weg gemacht. Immerhin lagen noch gute 16km vor mir. Außerdem sollte es eine Stelle geben, die bei High Tide etwas problematischer wird.
Die Brücke am Eingang
Und von Anfang an wird landschaftlich was geboten
Und auf ein kleiner Abstecher zu einem Sidetrack – daher kein Backpack
Und ein Wasserfall
Aber der erste Tag hier war dann ein Coastal Track – das heißt es stand eher der Strand im Vordergrund
Ein langer, langer Strand
Der – wie es sich für die Westküste gehört – auch etwas rauer ist
Als Wanderlandschaft ist mir das dann aber wesentlich lieber, als die Goldstrände am Abel Tasman.
Der typische Baum für diese Region hier ist dann die Nikaupalme – sie ist dann auch auf dem Wappen von dem Track
Und ab und zu wurde ich dann von einem etwas seltsamen Gesicht überrascht – ob dem Hut Warden da mal langweilig geworden ist ?
Das war dann auch schon ziemlich nah an der Campsite, auf jeden Fall ist es das letzte Bild, dass ich davor geschossen habe. Damit hatte ich dann die ersten 20% von dem Track hinter mich gebracht – und das schönste Stück hinter mir. Der Rest ist zwar auch nicht schlecht, aber an den nächsten Tagen geht es dann einfach nicht mehr an der Westcoast entlang.
Für jeden der jetzt enttäuscht ist, weil er so gerne noch ein paar Fotos gesehen hätte, gibt es dann gute Nachrichten. Ich bin an dem Abend dann noch einmal an den Strand gegangen und habe natürlich auch meinen treuen Begleiter – die Kamera mitgenommen.
Ein paar Natives aus der Area
Ich bin dann erstmal ins Wasser gegangen. Es war zum einen saukalt und zum anderen waren die Wellen nicht ohne (beides gehört zur Westküste). Ich bin eigentlich immer da geblieben wo ich noch stehen konnte, aber die Wellen haben mich dann trotzdem des Öfteren einen Meter in die ein oder andere Richtung bewegt.
Nach dieser Erfahrung und dem abtrocknen durfte ich dann ein paar andere Natives aus dem Park kennenlernen. Die Sandflies. Ich wurde zwar im Voraus gewarnt, dass die hier richtig krass sind, aber ich hätte nie gedacht, dass es wirklich so viele sein würden. Und ich war wohl mit Sicherheit der erste den sie so überfallen haben
Das hier habe ich an der Feuerstelle vom Campingplatz gefunden.
Aber zurück an den Strand: Um mich vor den Sandflies zu schützen hatte ich auch dann lange Klamotten mitgenommen und den Rest dann mit Repellent ertränkt. Inzwischen habe ich auch schon aufgehört das vorsichtig ins Gesicht einzureiben. Wie bei den Kiwis heißt es jetzt: Augen zu, Luft anhalten und sprühen. Ich hatte leider nichts für den Kopf mitgenommen und da musste dann einfach mein Handtuch als Schutz herhalten.
Normalerweise habe ich ja den Wunsch jede Sandfly zu töten – unabhängig davon ob sie gerade dabei sind mich zu stechen oder nicht. Aber nachdem mein Arm mit schwarzen Punkten übersät war, egal was ich auch gemacht habe, habe ich dann zum ersten mal resigniert und ihnen einfach zugeschaut (und mich gefreut, dass sie nicht durch ein Shirt stechen können)
Die Schatten wurden dann auch immer länger…
… und das heißt natürlich, dass gleich wieder ein genialer West-Coast Sunset ansteht.
Der “Lord of the Sandflies”
und auch ein paar andere wollten sich das dann natürlich nicht entgehen lassen
Und dann war die Sonne auch irgendwann weg
An dem Abend gab es dann an der oben bereits gezeigten Feuerstelle ein “epic” Lagerfeuer. Ich glaub wir hatten vor jedes Stück Treibholz im Umkreis von mehreren Kilometern zu verbrennen. Genau wie beim Kepler war es dann wirklich Schade keine Würstl dabei zu haben. Bei den NZ-Würsten vielleicht aber auch besser.
Als ich am nächsten Morgen dann mein Zelt verlassen habe bin ich gleich von den Sandfliegen überfallen worden. Selbst als ich nur kurz meine Jacke gegen ein Longsleeve eingetauscht habe, habe ich an einem Arm 12 neue Stiche bekommen. Aber Repellent drauf und nicht stehen bleiben hilft dann einigermaßen. Und zum Glück gibt es nur an den Huts und Campsites so viele davon…
Am zweiten Tag war dann auch eher Bush als Strand angesagt
Mit ein paar Swingbridges dazwischen
EInfach geil
Und hier gab es dann Mittagspause
Irgendwann habe ich dann einen kurzen Abstecher vom Track runter gemacht. Also schnell geschaut in welcher Richtung (relativ zur Sonne der Pfad ist), Rucksack abgelegt und ab “in the bushes”.
Der Abstecher hat mir dann auch einen neuen Freund und Reisebegleiter besorgt. Auf jeden Fall ist mir dann dieser Vogel für die nächsten 10 Minuten gefolgt.
Ein paar Stunden später – da war ich dann schon ziemlich erschöpft und habe gehofft doch hoffentlich bald an meiner Campsite anzukommen bin ich an einem Lookout angekommen. Von dort gab es dann eine Menge Wald zu sehen.
Und irgendwo, da hinter den Bäumen auf dem ersten Bild, am Meer bin ich an dem Morgen losgelaufen. Da war es dann wirklich beruhigend auf der anderen Seite schon die Hut zu sehen.
Der Weg dahin war dann nicht mehr weit, ich musste nur noch an diesen seltsamen Gestalten vorbei. (Da war wohl wieder einem Warden langweilig)
An dem Abend ist mir dann mein Repellent ausgegangen. Daher hab ich mich dann in meinem Zelt verbunkert und mich absolut abgeschottet.
Am nächsten Tag hat sich dann wieder die Landschaft geändert. Statt Meer oder Wald gab es hier dann eine Menge Downs. Für jeden der nicht weiß, was man sich darunter vorstellen soll.
Es gab aber auch ein paar wunderschöne Lookout Points
Und endlich habe ich meinen ersten Silverfern gesehen
Und hier ein Beispiel der unglaublichen Kreativität der Kiwis
Und schon wieder ein gelangweilter Warden
Und wie man auf dem Foto jetzt sehen kann, war die Aussicht immer noch gut, aber es hat sind ein paar Wolken aufgezogen.
Es hat dann auch ziemlich bald angefangen zu regnen. Ich bin dann so schnell wie möglich zu meinem Schlafplatz für die Nacht – einem Aorere Shelter. Das ist eigentlich ein Campinplatz für 4 Zelte / 8 Personen, aber hat auch einen richtig guten Unterstand. Der hat dann an den Wänden eine Bank die ca 1m breit ist, es lässt sich also gut darauf schlafen. Außerdem ist er wie eine Hütte gebaut und hat auch an den Seiten Wände. Es fehlt nur eine Tür.
Wir waren dann insgesamt zu viert an dem Shelter. Ich war der einzige der nicht an dem Tag losgegangen war. Die anderen sind dann alle aus der anderen RIchtung gekommen. Und keiner von uns hatte dann Lust das Zelt aufzubauen. Also haben wir uns in den Shelter gequetscht. 3 haben auf die Bänke gepasst und der vierte hat auf dem Boden geschlafen. Da wir ja alle fürs campen ausgerüstet waren, war das überhaupt kein Problem. Das schöne ist, wenn man einmal den Rucksack richtig positioniert hat muss man den Schlafsack gar nicht mehr verlassen.
Am nächsten Morgen ging es dann früh auf. Ich wollte den Bus um 10:15 erwischen und hatte immerhin noch 15km vor mir. Also wollte ich dann um 5 Uhr aufstehen, habe um 6 Uhr mich dann im Schlafsack gedreht, in den Rucksack gegriffen und das Müsli rausgeholt und um Viertel nach 7 bin ich dann endlich los.
Ich hab mich dann ziemlich beeilen müssen, was sicher nicht überraschend ist. Daher hatte ich nicht viel Gelegenheit meine Kamera rauszuziehen und ein paar Fotos zu schießen. Da es noch etwas geregnet hat, hatte ich sowieso nicht so das große verlangen danach.
Erst als ich schon den Ausgang sehen konnte und auch der Regen nachgelassen hat, habe ich noch ein paar Abschlussfotos geschossen
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