Samstag, 30. Januar 2010

Great Walk Nr II: Der Routeburn Track

Nachdem wir die SSR langgefahren sind, hat der Markus mich an der DIvid (einem Punkt dort) abgesetz, damit ich den Routeburntrack starten kann. Das ist ein ca. 30km langer Walk, mit dem man dann durch die Southern Alps kommen kann. An sich ist das eine ganz schöne Abkürzung, denn wenn man mit dem Auto vom einen Ende zum Anderen fahren würde, müsste man ca. 300 Kilometer zurücklegen.

Meine Schlafplätze waren leider nicht ganz optimal gewählt. Ich hatte die Unterkünfte erst am Tag davor gebucht (auf einigen GWs herrscht Buchungspflicht) und für die erste Nacht gab es überhaupt kein Camping mehr und nur Platz in einer Hütte – ca. 1h vom Startpunkt aus. Und am zweiten Tag gab es dann 25 km weiter einen Campingspot frei. Das heißt ich habe den Walk wie üblich nicht in 3 ungefähr gleichlangen Episoden zurückgelegt, sondern bin gut 80% (eher etwas mehr) an einem von 3 Tagen gegangen.

Aber das ist halt der Preis den ich für meine Spontanität bezahlen muss…

DSC05827 Die Wettervorhersage war dann auch nicht gerade rosig. Rain, Shower, Wind, Storm und das ganze noch einmal rückwärts. Aber was habe ich für eine Wahl – ich komm so schnell nicht mehr an der Divide vorbei.

Also hat der Markus mich dann abgesetzt uns ist dann hoch nach Wanaka gefahren und ich habe die Abkürzung querbergrauf genommen.

Wie zu erwarten war, hat es dann nicht sehr lange gedauert, bis ich an der Hütte angekommen war. Um 2 war ich dann auch schon mit dem Mittagessen fertig. Zum Glück gibt es in der Nähe noch einen kleinen Sidetrack auf den Key Summit hoch.

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DSC05866 Die Hütte war dann überraschend komfortabel – man teilt sich den Schlafraum zwar mit 30 anderen Menschen, aber in einem Hostel hat man teilweise weniger Platz. Und es gibt hier Trinkwasser, flushable Toilets, Herd, Tische, Ofen, Licht, …

Für einen Tramp ist das eine richtige Luxushütte.

Den restlichen Abend habe ich dann mit ein paar Australiern three up – three down, ein relativ simples Kartenspiel gespielt.

Am nächsten Tag hieß es dann wegen der Länge des Walks früh aufstehen. Geplant war um 6 Uhr auf und um 8 Uhr los. Wegen den üblichen Schwierigkeiten sind dann daraus halb 7 und dreiviertel 9 daraus geworden.

Das Wetter war dann besser als vorhergesagt. Es hat nicht geregnet und war ein bisschen neblig. Das fand ich dann richtig cool, denn das hat dem Fiordland-Regenwald die richtige Atmosphäre gegeben.

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Ich bin dann an einigen kleineren und größeren Wasserfällen vorbeigekommen. Die kleineren waren schön anzusehen, leicht zu fotografieren und keine Hindernisse. Der große war dann über 100 Meter hoch und nicht mehr ganz so einfach.

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DSC05885  Denn das Wasser hat da so gespritzt, dass innerhalb von Sekunden, meine Brille und das Objektiv meiner Kamera vollkommen nass waren, was dann die Sicht leicht eingeschränkt hat.

Daher habe ich da dann den Backupweg genommen, den man nehmen kann, wenn der Wasserfall grad ein bisschen aktiver ist.

Da muss man dann zwar immer noch einen Wasserfall überqueren, aber der ist dann wesentlich kleiner und spritzt nicht ganz so sehr.

Es hatte dann immer noch nicht geregnet gehabt. Die einzige Nässe kam von meinem kleinen Ausflug in de Nähe des Wasserfalls.

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Das Wetter ist dann auch immer besser geworden, und als ich dann gegen 12 bei der Lake McKenzie Hut war, war der Nebel schon ganz verschwunden.DSC05904 DSC05899 Am Lake McKenzie gab es dann ein Schild dass mich dann doch ein bisschen verwundert hat. Man ist hier in einem abgeschotteten Gebiet. Seit ca. 10 Kilometern kann man das alles hier nur noch zu Fuß oder mit einem Hubschrauber erreichen. Es gibt keine Straße oder wenigstens einen breiten Weg auf dem man etwas wie ein Boot oder weil wir in Neuseeland sind Jetski transportieren könnte – die “Flüsse” hier sind auch recht häufig von Wasserfällen unterbrochen.

Und dann das hier:DSC05902 

Nach der Hut durfte ich dann noch einige km durch das verwunschene Fiordland – mit seinen Regenwäldern – wandern.

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Und dann hab ich diesen Teil des Walks zurückgelassen und bin zum alpinen Abschnitt gekommen

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Hier gibts dann nicht viel zu sagen außer. Schöne Landschaft, geiles Wetter, steile Strecke (zumindest wenn man seine 15 kg auf dem Rücken trägt),

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DSC05973 Um 3 bin ich dann bei der Mittel – und Mittagsstation einem kleinen Shelter angekommen. Von hier hätte ein kleiner Sidetrack auf den Conical Hill abgezweigt. Der war aber wegen Schnee geschlossen. Das hat aber niemanden gestört und es sind am laufenden Band Leute da hoch und runtergekommen. Wenn meine Tagesstrecke nicht ganz so lang gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich auch den Umweg gemacht.

DSC05976 Aber so bin ich dann nur an dem Shelter geblieben. Eigentlich sind es ja sogar zwei Shelter. Einer für die independent Tramper – so wie mich – die den Walk auf eigene Faust machen, der andere für Guided Walks. EIn Guided Walk ist aber nicht nur eine geführte Tour, wie man es erwarten könnte.

Guided Walker haben auch eigene Hütten, mit Kühlschränken, Zimmern, die jeden Backpacker vor Neid erblassen lassen, Duschen. Die Hütte werden dann auch immer per Helikopter mit Essen versorgt.

DSC05974 So einen Unterschied gab es dann auch bei den Sheltern. Der Independent Shelter war dann nur eine kleine Hütte mit zwei Holzbänken an der Wand. Falls das Wetter mal schlecht ist oder so. Guided Walker haben dann da bequeme Bänke einen Kühlschrank etc.

Als ich meine Mittagspause gemacht habe, ist auch ein Heli vor meiner Nase gelandet und hat diesen Kühlschrank wieder aufgefüllt (und den Müll mitgenommen)

Ich hab mich davon nicht beeindrucken lassen (nagut, ein bisschen schon) und hab dann wieder die Wanderschuhe angezogen und mich auf den Weg Richtung Campingplatz gemacht.

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Es ging dann noch vorbei an den Routeburn Falls – wo es auch eine Hut geben würde, aber an der kann man nicht campen – und dann nochmal ein Stück weiter durch den Mt. Aspiring National Park

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Und irgendwo da unten auf der Grasfläche war dann auch schon der Campingplatz, weshalb es das Bild noch einmal aus einer anderen Perspektive gibt…DSC06015Am Campingpalz gab es dann nochmal einen Fluss in dem man sich dann Waschen und etwas Schwimmen konnte. Die Temperatur war dann irgendwas zwischen erfrischend und arschkalt. Mindestens so kalt wie der Doubtful Sound, wahrscheinlich sogar noch etwas kälter.

DSC06019 Am nächsten Tag hab ich dann wieder etwas verschlafen gehabt und bin dann erst eine halbe Stunde später als geplant losgekommen. Das war dann doch etwas problematischer, da ich für den Transport vom Endpunkt aus einen Bus gebucht hatte.

Daher waren dann die letzten 6 Kilometer keine Entspannte Wanderung mehr, sondern eine Mischung aus schnellem Marsch und einem Waldlauf.

Und so sehen dann die letzten Kilometer aus.

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 Und das andere Ende:

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