Tag 1
Am 7.1. ging es dann mit dem Markus runter nach Stewart Island, um da einen der Great Walks zu machen. Die Great Walks sind insgesamt 9 Mehrtageswanderungen, die über ganz Neuseeland verteilt sind. Und unten auf Stewart Island gibt es einen davon – den Rakiura Track. Rakiura ist der Name den die Maori für Stewart Island haben.
Im DOC-Office wurden wir dann vorgewarnt, dass der Weg ziemlich matschig sei und für die nächsten Tag viel Regen erwartet werde. Das ist dann natürlich nicht so schän, aber wir waren ja schon auf der Insel und außerdem sind wir nicht aus Zucker.
Also ging es ab zum Eingang vom Track, der etwas außerhalb der einzigen Stadt Oban liegt. Stadt ist bei gut 500 Einwohnern wahrscheinlich auch übertrieben, aber das ist dann eine andere Sache. Auf dem Weg dorthin habe ich dann mein erstes Kiwi-Schild außerhalb von einem Souvenirshop gesehen. Außerdem gab es ein Känguruschild an einem Scheunentor, fragt mich nicht warum.
Danach ging es weiter, vorbei an dem schönen Strand der Halfmoonbay
Und schon ist man nach nur 90 Minuten endlich am Eingang vom Rakiura National Park, der gut 80% der Insel bedeckt. Am Eingng gibt es dann eine riesige Kette, die symbolisch Stewart Island und Bluff verbindet. Das hat auch einen Hintergrund und zwar eine Legende der Maori, nach der Rakiura der Anker von Maui’s Kanu (Südinsel) ist. Wer sich dafür genauer interessiert, wird bestimmt bei Google fündig.
Für uns war das dann auch eher weniger relevant und wir haben diesen Platz dann lieber als Rast und Fotoplatz ge- und missbraucht.
Und dann waren wir auch endlich im Nationalpark und auf dem eigentlicher Track. Nach dem der Weg dahin sich ja doch ein bisschen länger war, war dafür die restliche Strecke für den Tag Nummer 1 nicht mehr so weit – vielleicht noch 8km. Allerdings ist der ganze Track ist mit 32 Kilometer (oder 36, wenn man so wie wir dann auch zu Hütten / Campingplätzen geht) auch nicht gerade weit.
Mit dem Wetter hatten wir auch richtig viel Glück. Die meiste Zeit war es sonnig und dann hat es angefangen leicht zu regnen.
Aber das ist dann ja wirklich kein Problem. Da zieht man dann einfach die Regenjacke an und dem Rucksack das Regencover über und dann hat sich die Sache erledigt.
Allerdings mussten wir das Raincover für Markus noch selber aus einem riesigen Müllsack ausschneiden. Aber das ist auch wasserdicht und man wenn man mal ehrlich ist:
Das sieht richtig sweet as aus.
Die Strecke hat uns dann durch den (fast) unberührten Regenwald mit all seinen Farnen, Moosen und Bäumen von deren Namen ich keine Ahnung habe geführt.
Vorbei an wunderschönen Stränden, über waghalsige Hängebrücken und über imposante Wasserfälle.
Zugegeben, bei letzteren ist es vor allem eine Frage des Blickwinkels und des Zooms, aber das Foto ist trotzdem schön.
Am Ende waren wir dann trotzdem froh, als wir endlich am Campingplatz angekommen waren. Da wurde dann schnell das Zelt aufgebaut. Und endlich die schweren Rucksäcke abgenommen. Das alleine hat uns schon so motiviert, das wir die Insel dann noch etwas weiter erkundet haben, bis wir an einem Steg angekommen sind.
Als wir dann zum Zelt zurückgekommen sind haben wir zu unserem Entsetzen festgestellt, dass wir Regel Nummer 1 für Camper nicht beachtet haben.
Lass niemals, unter keinen Umständen, das Zelt offen.
In unserem Zelt hatten sich Millionen Sandflies versammelt. Wer nicht weiß was Sandflies sind, kann sich glücklich schätzen. Sie sehen aus wie winzige Fliegen, die sich (wie der Name schon vermuten lässt) gerne in der Nähe von Stränden aufhalten. Aber wenn man mal ein bisschen länger bei ihnen bleibt, stellt man sehr schnell fest, dass sie sehr gerne stechen. Diese Stiche jucken schon widerlich, aber das Problem ist, es gibt Millionen davon. Nicht wie bei Mücken, wo dann alle 5 Sekunden eine auf dem Arm landet und man die erschlägt.
Wenn man sich hier an einem Strand aufhält und beispielsweise keine lange Hose, Socken etc. anhat, kann man sich sicher sein, kontinuierlich mindestens 10 von diesen Plagegeistern an den Beinen zu haben, egal wie viele man erschlägt. Es gibt eine Maorilegende, in denen ihre Herkunft erklärt wird, aber die erzähl ich ein anderes Mal.
Das einzige einem bei einem Sandfly befallenen Zelt noch vor Stichen retten kann, ist jeden freien Millimeter Haut zu bedecken.
Das schränkt den Lesekomfort dann doch etwas ein, aber bei man muss sich der Natur beugen.
Die Alternative ist natürlich alles zu erschlagen, was im Zelt drinnen ist. Das haben wir dann letztendlich auch gemacht und sind dann zu einem angenehmeren Thema gekommen.
Dem Abendessen. Wir haben dann nur festgestellt, dass mein Campingtopf für eine Person größenmäßig völlig ausreicht. Aber bei Spaghetti für 2 Leute wird es dann doch etwas schwieriger.
In der Nacht sind wir dann noch einmal rausgegangen um vielleicht einen Kiwi zu sehen, aber wir haben leider nur welche gehört.
Tag 2
An diesem Tag sind wir sehr spät aufgestanden, und weil es lange gedauert hat unser Chaos aus dem Zelt wieder in die Backpacks zu packen, sind wir noch viel später losgekommen. Nicht lange vor Mittag, wenn überhaupt.
Der Boden war an dem Tag dann richtig matschig und stellenweise ohne Gummistiefel unpassierbar. Daher haben wir uns dann ab und zu im Bush-Bashing (das heißt quer durch den Wald) geübt.
Da haben wir dann auch einen Spruch den wir im Hostel gelesen haben endlich verstanden:
Bushbashing is a passive activity. It’s the bush that’s bashing.
Trotz allem sind wir dann mehr oder weniger gut vorangekommen. Selbst umgestürzte Bäume konnten uns nicht (lange) aufhalten.
Der Rest der “Vormittags” der nach der offiziellen Uhr schon längst ein Nachmittag ist dann ohne weitere nennenswerte Vorkommnisse abgelaufen, wir sind einfach bis zu Peter’s Lookout gegangen um dort unsere 3 Uhr Mittagspause zu machen.
Die Bucht mit dem Campingplatz Nr 2 und ein geblendeter Tramper
Am Abend waren wir dann am Campingplatz mit dem wahrscheinlich südlichsten Stückchen Wasser, das wir jemals zu Gesicht bekommen werden. Da ist man dann natürlich gezwungen, dort auch einmal schwimmen zu gehen und zu schauen ob das Meer so weit im Süden (auch wenn es objektiv betrachtet noch viel südlicher ginge…) anders ist, als im Norden.
Das war dann auch eine gute Gelegenheit um sich der leicht angeschmutzten Schuhe zu entledigen.
Wir sind dann also voller Energie und Tatendrang ins Wasser gestürmt
um dann festzustellen, dass es hier einfach viel zu flach zum schwimmen ist. Auch nach minutenlangem laufen (und abfrieren der Beine) war man immer noch nicht mit den Knien im Wasser. Daher haben wir uns dann einfach ins Wasser gelegt und dann auf diese Weise den persönlichen Rekord aufgestellt.
Am Abend haben wir dann dazugelernt gehabt und nicht mehr alles in einem Topf gekocht. Danach ging es dann wieder raus, Kiwis suchen, aber leider wieder ohne Erfolg. Wir haben nur ein richtig dickes Possum gesehen. Das Foto ist leider nichts geworden.
In der Nacht war es dann doch ein bisschen kälter. Laut Philipp hat es in dieser Nacht dann in Invercargill, also 100 Kilometer weiter im Norden, auf der Südinsel, geschneit.
Das war hier dann auch sehr stark zu spüren, weshalb der Schlafsack dann doch noch etwas weiter zugezogen wurde.
Tag 3
Den Regen der für den letzten Tag prophezeit worden war, ist wohl in der Nacht gekommen und hat uns den Boden schön aufgeweicht. Das heißt wir hatten dann vor allem mit Matsch zu tun. Und mit mehr Matsch. Und mit richtig viel Schlamm.
Das ist ja nicht weiter schlimm, denn man kann sich ja immer noch außen rum kämpfen. Und die Schuhe werden danach einmal kurz gewaschen.
Allerdings denke ich mir dann doch, dass der Markus sich dann irgendwann gefragt hat ob es wirklich nötig war die Schuhe vor dem Track noch einmal richtig sauber zu bürsten.
Bei meinen hätte es sich definitiv nicht gelohnt gehabt.
Wenigstens war es drinnen noch einigermaßen trocken.
Es gab dann auch an diesem Tag wieder tolle Landschaft, sei es am Meer Oder im Regenwald
Bald waren wir dann auch schon am Ende des Nationalparks angekommen und haben ein paar letzte Fotos von den Dschungelexpediteuren
und natürlich unserem treuen Begleiter der letzten Tage, dem Schlamm
Aud dem Nationalpark draußen gab es dann auch gleich eine große Überraschung. Wir wussten wir sind weit gewandert. Aber wir waren nicht geschwommen (zumindest nicht weit) und es gibt keinen Landweg von Neuseeland in die Vereinigten Staaten.
Also wie zur Hölle sind wir nach Texas gekommen???
Dann waren wir auch schon in Oben, wo man sich dann endlich ein paar trockene Sachen anziehen konnte. Der Fokus lag hier eindeutig auf trocken. Nicht auf “dem Wetter entsprechend” oder “modisch kongruent”. Nein ich wollte einfach nur etwas trockenes anhaben. Und wenn das Jandals, Trainingshose, Hemd und mein komisches Schaldings bedeutet – so be it.
Cheers,
(ich hab natürlich wieder versucht den Eintrag kurz zu gestalten, bin gescheitert und werde mir das nächste Mal mehr Mühe geben)
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